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Grunderziehung des Hundes

Tierpsychologie: Die Grunderziehung des Hundes
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Die Begriffe "Erziehung" und "Beziehung" sind die bindenden Glieder für die Freundschaft zwischen Hund und Mensch. Der Halter baut durch die "Erziehung" eine "Beziehung" zum Tier auf. Auf dieser Basis des Vertrauens entwickelt sich Zuneigung und Achtung. Dies ist die Grundlage, die auch in jedem Hunderudel das soziale Miteinander ermöglicht. Bei dieser Arbeit sollte der Halter konsequent sein und geduldig handeln. Gleichzeitig ist die Einstellung, daß der Hund alles lernt was er lernen soll, sehr hilfreich.
Genaue Zeitangaben bezüglich des Aufwands und Intensität sind schwer zu machen, das heißt man kann dem Hund zum Beispiel nicht viele Dinge auf einmal oder an einem Wochenende beibringen. Gleichfalls können Sie typische Verhaltensmerkmale nicht ändern. Einem Jagdhund können Sie seine Jagdleidenschaft nicht nehmen. Genauso ist es nicht möglich, einen Welpen innerhalb kurzer Zeit dazu zu bringen, daß er gehorcht und die Wohnung nicht beschmutzt. Hierzu sind die pädagogischen Fähigkeiten des Halters gefordert, unter Berücksichtigung des Alters des Hundes und die Problematik der zu bewältigenden Aufgabe. Der Lernerfolg ist natürlich von den Anlagen und der Rasse des jeweiligen Tieres abhängig.

Geduld und ein freundlicher Umgangston bei der Lernaufgabe ist äußerst wichtig. Ein Lächeln unterstützt dies wirkungsvoll. Bleibt die Reaktion des Hundes mangelhaft, sollte das Feed back des Lehrers ernst, jedoch verbindlich sein. Brüllen und schimpfen sind hier nicht angesagt. Durch die Korrektur und das nochmalige Zeigen in ruhigem, sachlichen Ton soll er begreifen und nicht durch unwirsche Reaktionen des Halters irritiert werden und dann wiederum versagen.

Die Erziehung sollte so früh wie möglich beginnen. Mit sieben Wochen ist das Gehirn des Welpen soweit gereift. Er hat noch nicht viele Konditionierungen und das Lernen fällt ihm leicht. Die Sensibilität des Halters ist entscheidend.

Er sollte erkennen, wann er zu laut wird und mit zuviel Kraftaufwand an der Leine zieht. Mit tiefer, knurrender Stimme werden die Befehle erteilt, wie Nein! oder Aus! Diese Stimmlage ähnelt der, der eigenen Mutter und er wird dem Halter den gleichen Respekt entgegenbringen.

Nutzt dies nicht viel, kann man ihn am Fell links und rechts am Hals packen und den vorderen Teil zu sich hochheben und ernst in die Augen schauen und das Kommando Nein! wiederholen. Es gibt noch eine Steigerung, aber nur wenn er sich eigenmächtig aggressiv benimmt und die Situation ernsthaft wird. Der Hund bekommt einen Knuff auf den Rücken, der Schnauze oder unter das Kinn mit der Hand oder der Leine.

Die ersten Übungszeiten beginnt man mit dem Welpen am besten zu Hause auf einem Platz, wo er gebürstet wird, auch wenn das Fell noch nicht vollständig ist. Dies hat den Vorteil, daß er sich an die Fellpflege gewöhnt und er kann sich die Kommandos Sitz!, Platz! oder Bleib! einprägen. Im Alter bis zu sechs Monaten sollten alle Lernstunden "aufbauend" gestaltet werden, das heißt bei einem Fehler ein klares Nein! und die Sache wird wiederholt. Es ist wichtig, keine strengen Strafen zu verhängen, da sich in dieser Phase das Selbstvertrauen des Tieres entwickelt.

Der Halter ist der Ranghöhere und der Welpe lernt, daß er sich von ihm hochnehmen läßt, auf die Schnauze schaut oder von ihm auf den Rücken gerollt wird. Im Garten, Wald oder in Stadtbereichen lernt er trotz äußere Einflüsse, sich auf den Besitzer zu konzentrieren und sich nicht ablenken zu lassen. Bei den ersten Übungen reichen zehn Minuten, später sollte dies zwei- bis dreimal täglich wiederholt werden.

Genügend Zeit zum Spielen sollte natürlich auch bleiben und Ruhephasen nach den Übungen. Auch während des Tages kann immer zwischendurch zum Beispiel Platz! geübt werden.

Hierbei sollte genau darauf geachtet werden, daß die Order richtig befolgt wird. Ideal ist es, mit dem Tier immer zur gleichen Zeit täglich zu üben; nach einiger Zeit wird er dann aus eigenem Antrieb erscheinen. Die Übungen sollten gut gemischt sein, die Abwechslung bringts. Der Hund benötigt etwa sechs Wochen, bis ein Kommando in seinem Gehirn fest "installiert" ist.

Ist die Basis der grundlegenden Erziehung gelegt, muß im Alltag darauf geachtet werden, daß er konsequent jede Anweisung befolgt und nicht nur ein "bißchen". Ein "bißchen Schwanger" ist auch nicht möglich! Auch sollte er bei Zurechtweisungen nicht mit seinem Namen mit ärgerlichem Unterton gerufen werden. Der Hund soll mit seinem Namen nur angenehme Gefühle verbinden. Ein Nein! ist hier angebracht. Ganz wichtig ist es dem Vierbeiner klar zu machen, daß das Üben zu Ende ist. Verschwindet er ohne das Einverständnis, muß er sofort zur Ordnung gerufen werden. Dies gilt für alle Anordnungen, da er ansonsten nach seinem Gutdünken zu handeln lernt.

Der Trainer sollte sich bei Übungen wie Bei Fuß Gehen! immer auf der rechten Seite des Tieres aufhalten. Dies gilt natürlich auch für andere Übungen. Sitz!, der Hund sitzt und wird mit Brav! gelobt. Ist die Übung vorbei, reicht ein Genug!. Er lernt schnell den Bewegungsablauf für das gewünschte Verhalten. Legt sich der Hund bei dieser Übung hin, zieht man ihn sanft am Halsband hoch und er muß sich setzen. Wiederholt er den Fehler, korrigiert man ihn mit Nein! und bringt ihn in die gewünschte Position.

Bei gut erzogenen Tieren kann man beobachten, daß sie ständig ihr Herrchen im Auge haben und ihn aufmerksam anschauen, egal ob sie neben ihm laufen oder sitzen. Natürlich ist der Blickkontakt ein wesentliches Kommunikationsmittel im Rudel und wichtig für die Strukturen der Hierarchie. Mit dem Befehl Schau her! wird er hierzu aufgefordert. Der Besitzer sollte hierbei ein freundliche Mimik zeigen.

Folgt er willig, wird er gelobt mit Brav! und Genug! Klappt dies nicht auf Anhieb, kann man ihm einen Leckerbissen vor die Nase halten und dies dann in eigener Augenhöhe hochhalten. Dann sollte man ihn mit weiteren Aufforderungen wie Brav! und Schau her! dazu bewegen, daß er ein paar Sekunden in die Augen des Besitzers schaut. Anschließend sagt das Herrchen Genug! und gibt ihm den Leckerbissen.

Eine überaus wichtige Übung ist das Bleib da!. Das Tier lernt selbst in größerer Entfernung sitzen zu bleiben. Der Hund muß sich setzen und wird zum Augenkontakt aufgefordert. Der Besitzer gibt den Befehl Bleib da! und hebt gleichzeitig die Fläche der rechten Hand auf Kopfhöhe des Tieres. Mit der Linken hält er locker die Leine und tritt einen Schritt zur Seite. Dabei sollte der Blickkontakt ein paar Sekunden gehalten werden und stellt sich dann wieder in die Ausgangsposition. Diese Prozedur von Ansprache und Handzeichen sollte wiederholt werden. Macht der Hund Anzeichen aufzustehen, muß er mit einem Nein! und einem starken Zug an der Leine in seine vorherige Position gebracht werden. Nach mehrmaligem Üben wird er begreifen, was von ihm verlangt wird und wird mit Brav! und zum Schluß mit Genug! belohnt.

Jetzt kann im Programm weiter fortgefahren werden, die Übung wird vervollständigt, indem sich der Besitzer auf eine größere Distanz entfernt und die Ausdauer des Hundes trainiert wird, solange wie mögliche sitzen zu bleiben. Diese Übung ist sehr nützlich, einmal für Situationen, in denen er sich fürchtet und um ihn schnell unter Kontrolle zu bringen oder ihn darin zu hindern, daß er unaufgefordert auf die Straße läuft und in Gefahr gerät.

Der Vierbeiner muß natürlich Bei Fuß! gehen und nicht an der Leine zerren. Versucht der Hund zu ziehen, muß der Halter sofort die Richtung wechseln und den Weg entgegengesetzt fortsetzen. Dies bewirkt ein extremer Ruck und das Zieh nicht! zeigt seine Wirkung. Hält er inne, wird er gelobt. Das Bei Fuß! gehen hat zu bedeuten, daß der Hund strikt an der linken Seite des Halters bleibt, egal wie langsam oder schnell er geht.



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